Arbeitsmarktpolitische Zielvorgaben
Am 31. August 2026 präsentierte Arbeits- und Sozialministerin Korinna Schumann gemeinsam mit AMS-Vorständin Petra Draxl und WIFO-Arbeitsmarktexperten Helmut Mahringer die neuen arbeitsmarktpolitischen Zielvorgaben für das AMS. Sie geben die strategische Richtung für die kommenden Jahre vor – vor dem Hintergrund von demografischem Wandel, Digitalisierung und KI, grüner Transformation und einem Arbeitsmarkt, auf dem gleichzeitig Fachkräfte fehlen und die Arbeitslosigkeit steigt.
Im Zentrum stehen nachhaltige Vermittlung und Qualifizierung sowie gezielte Unterstützung für jene Menschen, deren Chancen am Arbeitsmarkt geringer sind. Dazu zählen insbesondere langzeitarbeitslose und ältere Menschen, Personen mit gesundheitlichen Einschränkungen, Menschen mit geringer formaler Qualifikation, Frauen, Migrant:innen sowie Jugendliche und junge Erwachsene. Qualifizierung soll dabei stärker an individuellen Kompetenzen ansetzen, modular aufgebaut und mit entsprechender Begleitung verbunden werden.
Klare Rolle für Soziale Unternehmen
Aus Sicht von arbeit plus Tirol besonders relevant: Die neuen Zielvorgaben unterstreichen ausdrücklich die Bedeutung arbeitsmarktintegrativer Sozialer Unternehmen. Bei Menschen mit mehreren Vermittlungshemmnissen gelingt der Wiedereinstieg häufig nur mit intensiver und längerfristiger Begleitung. Beratungs- und Betreuungseinrichtungen, Sozialökonomischen Betrieben (SÖB) und Gemeinnützigen Beschäftigungsprojekten (GBP) wird dabei eine zentrale Rolle zugeschrieben. Sie bieten geschützte Rahmenbedingungen, ermöglichen Arbeits- und Lernerfahrungen und leisten einen wesentlichen Beitrag zur sozialen Integration. Gleichzeitig sollen diese Angebote weiterentwickelt und noch stärker mit dem ersten Arbeitsmarkt verknüpft werden.
Auch Beschäftigungsförderung erhält einen wichtigen Stellenwert. Für Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf sollen passende, individuell gestaltbare Angebote zur Verfügung stehen. Bemerkenswert ist zudem die ausdrücklich gewünschte Verbindung mit anderen Politikfeldern – insbesondere mit der Umweltpolitik und der Kreislaufwirtschaft. Genau an dieser Schnittstelle sind bereits heute zahlreiche Soziale Unternehmen im Netzwerk von arbeit plus Tirol tätig, sei es im ReUse-Bereich, in der Kreislaufwirtschaft – und vielem mehr, > hier nachzulesen.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf älteren Arbeitsuchenden. Geförderte Beschäftigungsmodelle sollen den Lebensunterhalt sichern, Beschäftigung ermöglichen und möglichst nachhaltige Perspektiven bis hin zu ungeförderter Beschäftigung beziehungsweise bis zum Pensionsantritt eröffnen. Auch diese Programme sollen zum sozial-ökologischen Umbau beitragen.
Für arbeit plus Tirol bestätigen die Zielvorgaben damit vieles, was unsere Mitgliedsunternehmen täglich in der Praxis leisten: Menschen dort abzuholen, wo sie stehen, Beschäftigung mit Qualifizierung und sozialer Begleitung zu verbinden und individuelle Wege zurück in den Arbeitsmarkt zu ermöglichen.
Entscheidend wird nun sein, dass diesen Zielsetzungen auch die notwendigen finanziellen und strukturellen Rahmenbedingungen folgen. Denn nachhaltige Arbeitsmarktintegration braucht nicht nur klare Ziele, sondern auch verlässliche und längerfristig planbare Angebote!
Mehr dazu: Arbeitsmarktpolitische Zielvorgaben 2026 des Sozialministeriums
Symbolbild: EIBETEX © arbeit plus NÖ


