innovia startet Job Navi

13. Januar 2026

Neue Wege in der Arbeitsmarktintegration

Langzeitbeschäftigungslosigkeit bleibt auch in Tirol eine zentrale Herausforderung – insbesondere für Menschen mit mehrfachen Vermittlungshemmnissen, für die klassische arbeitsmarktpolitische Instrumente oft nicht ausreichend greifen. Genau hier setzt Job Navi an: Das Projekt bietet kontinuierliches, individuelles Case Management für besonders arbeitsmarktferne Personen mit dem Ziel einer nachhaltigen Arbeitsmarktintegration.


Im Unterschied zu einzelnen Maßnahmen versteht sich Job Navi als durchgängiger Begleitprozess. Von der Erstabklärung über Stabilisierung, Aktivierung und Qualifizierung bis hin zur konkreten Beschäftigungsaufnahme und Nachbetreuung werden die Teilnehmenden entlang ihres gesamten Integrationswegs unterstützt. Damit wird ein Rahmen geschaffen, in dem unterschiedliche Unterstützungsangebote nicht nebeneinanderstehen, sondern koordiniert, zeitlich abgestimmt und bedarfsorientiert verbunden werden.


Soziale Innovation im Zusammenspiel mit bestehenden Instrumenten

Job Navi setzt bewusst auf soziale Innovation. Ziel ist es nicht, bewährte arbeitsmarktpolitische Instrumente wie Beratungen, Qualifizierungen oder geförderte Beschäftigung zu ersetzen, sondern diese für eine besonders arbeitsmarktferne Zielgruppe anschlussfähig zu machen. Gerade bei Personen, die für einen direkten Einstieg in bestehende Programme noch nicht ausreichend stabilisiert sind, braucht es flexiblere, engmaschigere und stärker vernetzte Unterstützungsformen.


Job Navi fungiert dabei als Brücke zwischen individueller Lebensrealität und arbeitsmarktpolitischem System: Hemmnisse werden sichtbar gemacht, Schritte realistisch geplant und Übergänge zwischen Angeboten aktiv begleitet – um Abbrüche zu vermeiden und Fortschritte zu sichern. 


Betroffene waren in die Konzepterstellung einbezogen und eine externe Begleitevaluierung mit wissenschaftlichem Hintergrund ist vorgesehen. Die Laufzeit beträgt zwei Jahre, 100 Personen sollen begleitet werden. Job Navi wird vom Europäischen Sozialfonds (über die ZWIST des Land Tirol) und dem AMS Tirol finanziert.


Anknüpfung an „Teilhabechancen Tirol 2030“

Diese Herangehensweise knüpft inhaltlich an zentrale Ergebnisse der AMS-Tirol-Studie „Teilhabechancen Tirol 2030“ an. In dieser Untersuchung wurde deutlich, dass es in Tirol eine wachsende Gruppe von AMS-Kund:innen gibt, die selbst durch bestehende Förderinstrumente – etwa Qualifizierungen oder Transitbeschäftigung in Sozialen Unternehmen – nur schwer erreicht wird. Für diese Zielgruppe empfiehlt die Studie stärker koordinierte, modulare und begleitete Unterstützungsmodelle, in denen arbeitsmarktpolitische Maßnahmen sinnvoll miteinander verknüpft werden.


Damit entsteht ein gemeinsamer Lernraum: Neue, innovative Begleitmodelle können erprobt werden, ohne das bestehende Fördersystem zu verlassen. Erkenntnisse aus der Praxis fließen wiederum in die Weiterentwicklung der arbeitsmarktpolitischen Steuerung in Tirol ein.


Perspektive

Job Navi zeigt, wie soziale Innovation und bewährte Arbeitsmarktinstrumente produktiv zusammenspielen können. Gerade für Menschen mit komplexen Problemlagen braucht es Angebote, die nicht nur vermitteln, sondern begleiten, stabilisieren und Übergänge sichern. Damit leistet Job Navi einen wichtigen Beitrag zu einem inklusiveren und wirksameren Tiroler Arbeitsmarkt.


Fotos: innovia-Case Manager:innen © innovia