arbeit plus Tirol: Tour Sozialer Unternehmen

16. Mai 2026

Tour Sozialer Unternehmen Tirol 2026


Am Dienstag, 19. Mai 2026, lud arbeit plus Tirol zur Tour Sozialer Unternehmen.


Wie wirken Soziale Unternehmen konkret? Welche Angebote unterstützen Menschen beim Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt? Und warum sind Investitionen in Aktive Arbeitsmarktpolitik langfristig wirksam?


Antworten darauf bot die "Tour Sozialer Unternehmen", bei der politische Vertreter:innen direkte Einblicke in die Arbeit Sozialer Unternehmen im Netzwerk von arbeit plus Tirol erhielten. Landesrätin Eva Pawlata (Land Tirol), Robert Greil (Liste Fritz), Iris Zangerl-Walser (ÖVP), Zeliha Arslan (Grüne) und Elisabeth Fleischanderl (SPÖ) besuchten gemeinsam mit Melanie Spangler, Geschäftsführerin von arbeit plus Tirol, und Obfrau Christine Regensburger die Mitgliedseinrichtungen ARTIS, Emmaus und WAMS in Innsbruck. Unterwegs war die Gruppe mit den Stadträdern der IVB, die vom Sozialen Unternehmen WAMS betreut werden – ein gelungenes Beispiel dafür, wie soziale Vergabe, nachhaltige Mobilität und Beschäftigungsintegration erfolgreich zusammenspielen.


Die Tour führte zu drei unterschiedlichen Praxisbeispielen von Arbeitsmarktintegration: ARTIS zeigte unter dem Motto "Brücken in die Arbeitswelt: Beziehung und Teamarbeit als Schlüssel zu beruflicher Integration" die Bedeutung individueller Begleitung und Qualifizierung. Bei Emmaus stand die Verbindung von Beschäftigung, Wohnen und Stabilisierung im Mittelpunkt. WAMS machte sichtbar, wie Kreislaufwirtschaft, nachhaltige Dienstleistungen und Arbeitsmarktintegration erfolgreich zusammenspielen.


"Die Tour macht sichtbar, wie vielfältig Soziale Unternehmen wirken – weit über reine Arbeitsvermittlung hinaus. Es geht um Stabilisierung, Qualifizierung, Teilhabe und darum, gemeinsam tragfähige Perspektiven zu entwickeln", betont Melanie Spangler, Geschäftsführerin von arbeit plus – Soziale Unternehmen Tirol.


Auch arbeit plus Tirol Obfrau und WAMS-Geschäftsführerin Christine Regensburger unterstrich die Bedeutung Sozialer Unternehmen: "Soziale Unternehmen schaffen nicht nur Beschäftigung, sondern stärken gleichzeitig regionale Strukturen und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Gerade in herausfordernden Zeiten braucht es verlässliche Perspektiven und nachhaltige Investitionen."

 

Die Tour machte zudem die 7 Gründe für Investitionen in SÖBs und GBPs von arbeit plus Österreich erlebbar – darunter nachhaltige Integration, regionale Wertschöpfung, Fachkräfteentwicklung und gesellschaftlichen Zusammenhalt –  und bot Raum für offenen Austausch über aktuelle arbeitsmarktpolitische Herausforderungen. Und sie zeigte einmal mehr:


Investitionen in Soziale Unternehmen sind Investitionen in gesellschaftliche Teilhabe, regionale Entwicklung und einen Arbeitsmarkt, der Menschen Perspektiven eröffnet.


7 Argumente und Forderungen für Soziale Unternehmen in Tirol


1. Soziale Unternehmen schaffen reale Zugänge zum Arbeitsmarkt in Tirol

Soziale Unternehmen geben Menschen in Tirol eine echte Chance auf Beschäftigung, Qualifizierung und Stabilisierung. Sie erreichen gerade jene Personen, die am regulären Arbeitsmarkt oft keinen Platz finden, und bauen schrittweise Barrieren ab. Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag gegen die Langzeitarbeitslosigkeit, die sich andernfalls weiter verfestigen würde.


2. Erfolg misst sich nicht allein an rascher Vermittlung

Der Wert Sozialer Unternehmen liegt nicht allein darin, wie schnell jemand in den ersten Arbeitsmarkt vermittelt wird. Ebenso wichtig sind Tagesstruktur, Selbstvertrauen, soziale Teilhabe und die Wiederherstellung der Beschäftigungsfähigkeit. Gerade bei mehrfach belasteten Personen braucht es dafür Zeit, Begleitung und verlässliche Rahmenbedingungen.


3. Tirol kann sich den Verlust von Potenzial nicht leisten

In Tirol werden Arbeitskräfte benötigt, gleichzeitig bleiben viele Menschen ohne passende Beschäftigung. Soziale Unternehmen helfen, vorhandene Potenziale zu aktivieren und Menschen wieder an Arbeit, Ausbildung oder Qualifizierung heranzuführen. Das ist auch wirtschaftspolitisch sinnvoll, weil es Fachkräfte sichert und regionale Lücken reduziert.


4. Sie stärken den gesellschaftlichen Zusammenhalt

Soziale Unternehmen wirken armutsmindernd, integrationsfördernd und stabilisierend. Sie verhindern, dass Menschen dauerhaft aus Arbeit und Teilhabe herausfallen, und stärken damit den sozialen Frieden. Für Tirol bedeutet das mehr Resilienz in Zeiten wirtschaftlicher und sozialer Unsicherheit.


5. Sie leisten einen wichtigen Mehrwert in den Regionen

Soziale Unternehmen sind vor Ort sichtbar und wirksam. Sie schaffen Arbeitsplätze, bieten nützliche Angebote und tragen zur regionalen Versorgung, zur Kreislaufwirtschaft und zur Belebung der Gemeinden bei. Gerade in Tirol, wo regionale Strukturen stark zählen, ist das ein wesentlicher Standortfaktor.


6. Sie brauchen Planungssicherheit

Soziale Unternehmen arbeiten oft mit befristeten, häufig einjährigen Verträgen und benötigen daher Stabilität und Planungssicherheit. Wenn Finanzierung nur kurzfristig zugesagt oder immer wieder in Frage gestellt wird, erschwert das die Arbeit vor Ort und schwächt genau jene Strukturen, die Langzeitarbeitslosigkeit abbauen.


7. Investitionen in Soziale Unternehmen zahlen sich aus!

Investitionen in Soziale Unternehmen sind eine sinnvolle Investition in Tirols Zukunft. Sie schaffen Beschäftigung, reduzieren Folgekosten und stärken die regionale Wertschöpfung. Gerade bei sinkendem Budget ist es wichtig, nicht bei den wirksamen Angeboten zu kürzen, sondern sie finanziell gut abzusichern.

Eindrücke der Tour-Teilnehmer:innen

Landesrätin Eva Pawlata:


"Arbeit ist ein zentraler Schlüssel zu gesellschaftlicher Teilhabe. Doch wer länger ohne Beschäftigung war, braucht oft mehr als ein passendes Stellenangebot. Häufig geht es auch um Gesundheit, Existenzsicherung, Qualifizierung oder darum, wieder Struktur und Zutrauen in den eigenen Alltag zu gewinnen. Soziale Unternehmen schaffen dafür die richtigen Rahmenbedingungen und begleiten Menschen mit Erfahrung und Fachlichkeit beim Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt."


Foto © Thomas Steinlechner

Elisabeth Fleischanderl, Landtagsklub der SPÖ:


"Soziale Unternehmen sind eine wichtige Säule des Tiroler Arbeitsmarktes. Weil sie Menschen Unterstützung, Wertschätzung und Raum zur Weiterentwicklung geben und sie auf ihrem Weg in den Arbeitsmarkt verlässlich begleiten. Diese Angebote müssen abgesichert und verstärkt werden."




Foto © Manuel Matt

Iris Zangerl-Walser, Abgeordnete zum Tiroler Landtag und Vizebürgermeisterin, Tiroler Volkspartei:


"Mit großem Vergnügen habe ich an der 'Tour Sozialer Unternehmen' von arbeit plus Tirol in Innsbruck teilgenommen – und bin zutiefst beeindruckt von der Leidenschaft und der Innovationskraft der Menschen, die hinter diesen wegweisenden Projekten stehen.


Die Besuche bei Artis Innsbruck, mit ihrem Fokus auf psychische Gesundheit und berufliche Inklusion, den Wohn- und Arbeitsmodellen des Vereins Emmaus sowie der nachhaltigen Beschäftigungsarbeit von WAMS, haben eindrucksvoll verdeutlicht: Soziale Unternehmen sind unverzichtbare Säulen des gesellschaftlichen Zusammenhalts. Sie schaffen nicht nur essenzielle Chancen am Arbeitsmarkt, sondern treiben auch soziale Innovation in Tirol voran. Besonders wertvoll war für mich der intensive Austausch mit den Menschen aus der Praxis und die Gespräche mit den anderen engagierten Teilnehmern der Tour. Dieser interdisziplinäre Dialog unterstreicht, wie wichtig Zusammenarbeit und Vernetzung für eine zukunftsfähige und soziale Gesellschaft sind.


Mein herzlicher Dank gilt arbeit plus Tirol mit GF Melanie Spangler und OF Christine Regensburger sowie allen Beteiligten – nicht nur für diese inspirierende Veranstaltung, sondern auch für euren unermüdlichen Einsatz, der Teilhabe und Perspektiven für viele Menschen ermöglicht! Ihr leistet eine bedeutsame und wunderbar innovative Arbeit."


Foto © Tiroler Volkspartei

Robert Greil, Bezirkssprecher Liste Fritz


"Im Rahmen unserer Visite auf Einladung von arbeit plus Soziale Unternehmen Tirol in Innsbruck konnten wir uns ein eindrucksvolles Bild von der wertvollen Arbeit machen, die Einrichtungen wie ARTIS Innsbruck, Emmaus und WAMS tagtäglich leisten. Ob psychische Gesundheit und berufliche Teilhabe, Arbeiten und Wohnen unter einem Dach oder Beschäftigung mit Zukunft im Second-Hand-Bereich: Diese Betriebe geben Menschen, die es am Arbeitsmarkt schwer haben, neue Perspektiven. Diese sozialen Unternehmen leisten unverzichtbare Arbeit für unsere Gemeinschaft. Sie geben Menschen nicht nur Beschäftigung, sondern auch Hoffnung, Stabilität und die Chance, wieder Schritt für Schritt in den Arbeitsmarkt zurückzukehren.


Gerade deshalb ist es wichtig, dass diese Angebote auch künftig abgesichert werden. Viele dieser Einrichtungen können ihre wertvolle Arbeit nur mit Unterstützung durch Fördermittel des AMS und des Landes Tirol aufrechterhalten. Diese Mittel sind gut investiertes Geld, weil sie Menschen helfen, wieder Fuß zu fassen und aktiv am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.


Wir als Liste Fritz sprechen uns klar dafür aus, diese sozialen Betriebe weiterhin zu unterstützen und ihre Arbeit sichtbar zu machen. Wer Menschen eine zweite Chance gibt, stärkt nicht nur den Arbeitsmarkt, sondern auch den sozialen Zusammenhalt in Tirol.


Persönlich möchte ich mich noch bei jedem einzelnen Mitarbeiter dieser Betriebe für die wertvolle Arbeit bedanken, die dort für unsere Gesellschaft geleistet wird."


Foto © Liste Fritz

LAbg. Zeliha Arslan, Die Grünen Innsbruck:


"Gerade Programme wie arbeit plus Tirol zeigen, wie wichtig niederschwellige Beschäftigungsangebote für Menschen sind, die am regulären Arbeitsmarkt oft keine Chance mehr bekommen – etwa aufgrund psychischer Belastungen, Langzeitarbeitslosigkeit, Krankheit, Armut oder schwieriger Lebenssituationen. Die Aufgabe der Politik muss sein, diese Angebote finanziell abzusichern."



Foto © Grüne Tirol / Wieser 


Für Rückfragen stehen wir gerne unter office@arbeitplus-tirol, bzw. martina.koenighofer@arbeitplus-tirol.at (Öffentlichkeitsarbeit) zur Verfügung.