Nachlese Praxisdialog 2026

6. Oktober 2026

Praxisdialog Den Arbeitsmarkt von morgen heute neu denken - Chancen und Herausforderungen im Praxisdialog

 


Arbeitsmarkt im Wandel

Praxisdialog in Innsbruck rückte demografischen Wandel, Digitalisierung und Künstliche Intelligenz in den Mittelpunkt


Wie verändert sich der Arbeitsmarkt durch demografischen Wandel, Digitalisierung und Künstliche Intelligenz – und was bedeutet das für Arbeitsmarktpolitik und arbeitsmarktintegrative Soziale Unternehmen? Diesen Fragen widmete sich der Praxisdialog „Den Arbeitsmarkt von morgen heute neu denken“ am 5. Oktober 2026 im AMS Tirol in Innsbruck.


Auf Einladung von arbeit plus Tirol und AMS Tirol setzten sich Vertreter:innen aus Arbeitsmarktpolitik und Sozialen Unternehmen - gemeinsam mit Prof. Dr. Holger Bonin, dem wissenschaftlichen Direktor des Instituts für Höhere Studien (IHS) - mit den zentralen Herausforderungen und Chancen einer Arbeitswelt im strukturellen Wandel auseinander.


Wandel aktiv gestalten


In seiner Keynote beleuchtete Bonin aktuelle und künftige Veränderungen des Arbeitsmarktes. Im Zentrum standen insbesondere die Folgen der demografischen Entwicklung, Veränderungen von Tätigkeitsprofilen und Qualifikationsanforderungen sowie die zunehmende Bedeutung von Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz:


„Dass Arbeit in der alternden Gesellschaft knapp wird, schafft neue Chancen für Menschen, die heute im Erwerbsleben benachteiligt sind. Zudem kann besonders diese Zielgruppe durch digitale Assistenzsysteme an Leistungskraft gewinnen. Diese Chancen zu realisieren, ist aber kein Selbstläufer. Wir brauchen weiterhin intensive aktive Begleitung – und noch passgenauere, an individuelle Voraussetzungen und Beschäftigungspotenziale angepasste Qualifizierung, verstärkt im Hinblick auf digitale Kompetenzen. Bei der Passung helfen Algorithmen, auf die wir aber nicht blind vertrauen dürfen. Orientierung und Vermittlung durch AMS und Sozialunternehmen werden weiter gebraucht.“ - Prof. Dr. Holger Bonin, Institut für Höhere Studien (IHS)


Im anschließenden Praxisdialog wurde diskutiert, wie diese Entwicklungen konkret auf dem Tiroler Arbeitsmarkt ankommen – und welche Rahmenbedingungen es braucht, damit möglichst viele Menschen am Wandel der Arbeitswelt teilhaben können.


Soziale Unternehmen als Schnittstelle


Soziale Unternehmen stehen dabei an einer wichtigen Schnittstelle: Sie erleben unmittelbar, wie sich Anforderungen am Arbeitsmarkt verändern, und unterstützen Menschen dabei, neue Kompetenzen zu entwickeln und beruflich wieder Fuß zu fassen.  Für arbeit plus Tirol ist dabei entscheidend, technologische und demografische Veränderungen nicht nur aus der Perspektive des Arbeitskräftebedarfs zu betrachten. Gerade Menschen, die bereits heute mit größeren Hürden beim Zugang zum Arbeitsmarkt konfrontiert sind, brauchen passende Möglichkeiten, neue Kompetenzen aufzubauen und berufliche Perspektiven zu entwickeln.


„Der Arbeitsmarkt verändert sich rasant. Unsere Aufgabe muss es sein, diesen Wandel so zu gestalten, dass niemand zurückgelassen wird. Soziale Unternehmen bringen hier viel Erfahrung mit: Sie schaffen Lern- und Arbeitsräume, in denen Menschen Kompetenzen entwickeln, wieder Fuß fassen und sich auf neue Anforderungen vorbereiten können“, betonte arbeit plus Tirol Geschäftsführerin Melanie Spangler.

 

Der Praxisdialog machte deutlich, wie wichtig der Austausch zwischen Wissenschaft, Arbeitsmarktpolitik und jenen Organisationen ist, die täglich mit arbeitsuchenden Menschen arbeiten. Neben der Frage, welche Tätigkeiten und Kompetenzen künftig stärker gefragt sein werden, ging es daher auch darum, wie Qualifizierung, Beratung und Beschäftigungsangebote auf neue Anforderungen reagieren können.


Wissenschaft und Praxis zusammenbringen


Mit dem Veranstaltungsformat wollen arbeit plus Tirol und AMS Tirol den Dialog über die Zukunft des Arbeitsmarktes stärken und wissenschaftliche Erkenntnisse mit Erfahrungen aus der Praxis verbinden. Der Abend bot nach Keynote und Diskussion auch Raum für Vernetzung und vertiefenden Austausch zwischen den Teilnehmenden.